Rechtsblog: Allgemeine Geschäftsbedingungen

by Andreas Chrastka 27. Dezember 2013 14:58

Wer ein Startup gründet, möchte so schnell wie möglich viele Geschäfte abschließen. Die Verwendung von vorformulierten Vertragsklauseln – sogenannten Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) – ist demnach für inhaltlich weitgehend gleiche Vertragsabschlüsse sinnvoll und vereinfacht den täglichen Geschäftsverkehr. Allerdings sind AGB nur dann rechtlich verbindlich, wenn sie zwischen den Parteien vereinbart wurden und die Klauseln darüber hinaus nicht unwirksam sind. Es sollten daher die wesentlichen rechtlichen Rahmenbedingungen bei Erstellung der AGB berücksichtigt werden.

Vereinbarung der AGB

Die Verwendung von AGB ist zwischen den Vertragspartnern ausdrücklich oder schlüssig zu vereinbaren. Legt eine Vertragspartei dem abzuschließenden Vertrag AGB zu Grunde, so ist die andere Vertragspartei darüber zu informieren. Musste der Vertragspartner jedoch mit der Verwendung von AGB rechnen, ist ein ausdrücklicher Hinweis nicht notwendig (zB. Verträge mit Banken). Kein ausreichender Hinweis liegt vor, wenn die AGB lediglich im Geschäft ausgehängt oder auf die Rechnung oder den Lieferschein gedruckt werden. Außerdem ist bei nachträglicher Änderung der AGB erneut die Zustimmung des Vertragspartners einzuholen. 

Verweisen beide Vertragsparteien auf ihre eigenen AGB (battle of forms), sieht das Gesetz im Zweifel die Unwirksamkeit der sich widersprechenden AGB-Klauseln vor. Das Vorliegen von widersprechenden AGB-Klauseln ist jedoch nur bei Verträgen zwischen Unternehmern denkbar.

Unwirksame AGB-Klauseln

Um es der wirtschaftlich überlegenen Partei zu erschweren ihre Überlegenheit auszunutzen, schützt der Gesetzgeber die schwächere Partei durch Vorschriften, die festlegen, wann eine AGB-Klausel unwirksam ist.

Überraschende“ Klauseln ungewöhnlichen Inhalts sind demnach zu vermeiden, denn nachteilige AGB-Klauseln mit denen der Kunde nicht zu rechnen brauchte, werden nicht Vertragsinhalt. Eine Ausnahme besteht dann, wenn der Kunde ausdrücklich auf die nachteilige und ungewöhnliche Bestimmung in den AGB hingewiesen wurde. Die AGB sollten daher übersichtlich gestaltet sein und ungewöhnliche, für den Kunden nachteilige Klauseln, hervorgehoben werden.

AGB-Klauseln, die sich nicht um eine der vereinbarten Hauptleistungen drehen, dürfen für den Kunden nicht gröblich benachteiligend sein. Handelt es sich um eine sachlich nicht gerechtfertigte Abweichung von der für den Durchschnittsfall getroffenen Bestimmung, ist die benachteiligende Klausel nichtig. Dabei umfasst die Nichtigkeit lediglich die benachteiligende Nebenbestimmung. Bei Geschäften mit Verbrauchen ist vor allem § 6 Konsumentenschutzgesetz (KSchG) zu beachten, wonach die darin aufgelisteten Klauseln nicht verbindlich sind. 

Unternehmer verwenden für AGB-Klauseln oft unverständliche oder mehrdeutige Formulierungen, um deren Inhalt zu verschleiern. Im Sinne der Unklarheitenregel werden undeutliche Erklärungen zum Nachteil des AGB-Erstellers ausgelegt, weshalb bei der Formulierung der AGB-Klauseln auf deren Klarheit und Eindeutigkeit zu achten ist. Aufgrund des im Konsumentenschutzgesetz geregelten „Transparenzgebots“ sind AGB-Klauseln darüber hinaus für Verbraucher unwirksam, wenn sie unklar oder unverständlich verfasst sind. Der Unternehmer ist angehalten, den Inhalt seiner AGB möglichst klar darzustellen.

 

 

PHHV Prochaska Heine Havranek Vavrovsky Rechtsanwälte ist eine der führenden Wirtschaftskanzleien Österreichs und international als solche mehrfach ausgezeichnet. Wir stehen für umfassende juristische und wirtschaftliche Beratung auf höchstem Niveau.www.phhv.at

Rechtsblog: Gewährleistung, Garantie und andere Probleme

by Andreas Chrastka 29. November 2013 16:55

Ist die Gesellschaft gegründet und alles klar für den Start des Unternehmens, ist es an der Zeit, sich mit den Untiefen des täglichen Geschäftslebens auseinanderzusetzen. Selbstverständlich ist das eigene Produkt perfekt und zweifelsohne fehlerfrei, was aber tun wenn der Käufer das anders sieht. Hier empfiehlt es sich, über Gewährleistung, Garantie und andere Rechtsbehelfe des Kunden genau Bescheid zu wissen und bereits vorab mögliche Konsequenzen eines Fehlers des Produktes zu kennen. Untenstehend eine kurze aber prägnante Übersicht über die wesentliche Rechtsbehelfe des Kunden bei mangelhaften Produkten:

Gewährleistung

Gewährleistung ist die gesetzliche Haftung des Unternehmers für Mängel an der Ware, die zum Zeitpunkt der Übergabe vorhanden waren. Sie besteht unabhängig davon, ob den Unternehmer ein Verschulden an der Mangelhaftigkeit der Ware trifft. Gewährleistungsansprüche können bei beweglichen Sachen innerhalb einer Frist von zwei Jahren geltend gemacht werden. Das zweistufige Gewährleistungsrecht unterscheidet zwischen den primären und sekundären Behelfen. Grundsätzlich haben die primären Behelfe - Verbesserung oder Austausch der Ware - Vorrang. Nur bei Vorliegen bestimmter Faktoren können die sekundäre Gewährleistungsbehelfe - Preisminderung oder Wandlung - geltend gemacht werden. Wandlung ist die Aufhebung des Vertrages, was die Rückabwicklung des Kaufs zur Folge hat. Möglich sind diese sekundären Gewährleistungsbehelfe bei Unmöglichkeit, Unverhältnismäßigkeit, Verweigerung oder Verzug der Mangelbehebung, Auftritt erheblicher Unannehmlichkeiten für den Erwerber oder die Unzumutbarkeit für den Erwerber aus triftigen Gründen in der Person des Übergebers. Da es oft schwierig zu beweisen sein wird, ob eine Ware bereits im Zeitpunkt der Übergabe an den Erwerber mangelhaft war, hilft hier das Gesetz dem Käufer mit einer Vermutung: In den ersten sechs Monaten nach Warenübergabe wird vermutet, dass der Mangel bereits bei Übergabe bestand. Wenn der Erwerber ein Verbraucher ist, kann sein Recht auf Gewährleistung nicht vertraglich (etwa durch AGBs) eingeschränkt werden. Hier kommen die besonderen Bestimmungen des Konsumentenschutzgesetzes zur Anwendung.

Handelt es sich um ein rein unternehmensbezogenes Geschäft (also eines zwischen zwei Unternehmern) kommen die strengeren Bestimmungen der Rügeobliegenheit zur Anwendung. Demnach hat der Käufer Mängel an der Ware, die er nach Ablieferung durch Untersuchung festgestellt hat oder feststellen hätte müssen, dem Verkäufer binnen angemessener Frist anzuzeigen. Gemäß ständiger Rechtsprechung des OGH liegt eine solch angemessene Frist bei etwa zwei Wochen. Unterlässt der Käufer die Anzeige innerhalb dieses Zeitraums, entfallen für ihn jegliche Ansprüche zur Geltendmachung des Mangels.

Garantie

Die Garantie stellt eine freiwillige zusätzliche Übernahme der Haftung für die Mangelfreiheit der Ware dar. Diese ist für den Käufer grundsätzlich nur sinnvoll, wenn sie über die Gewährleistungsbehelfe hinausgeht (z.B.: Fristverlängerung von zwei auf drei Jahre). Gewichtiger ist die Herstellergarantie, welche dem Letztabnehmer der Ware einen Anspruch gegenüber dem Hersteller (sohin einem Dritten, z.B. Apple bei einem bei Mediamarkt gekauften Ipod) einräumt. 

Produkthaftung

Durch das Inverkehrbringen der Ware kann es passieren, dass Sach- oder Personenschäden auftreten, für die der Hersteller aufgrund der Produkthaftung verschuldensunabhängig gegenüber dem Letztabnehmer haftet. Der Hersteller haftet für sein Produkt, wenn die allgemeinen Sicherheitserfordernisse nicht erfüllt werden und das Produkt Leben, Gesundheit oder Eigentum schädigt. Die Haftung des Herstellers entfällt bei nicht ordnungsgemäßer Lagerung oder falscher Verwendung des Produkts sowie bei dessen nachträglicher Veränderung.

 

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Forschungsprojekt: Erhöhen Sei Ihre Erfolgswahrscheinlichkeit

by Andreas Chrastka 29. Mai 2013 13:45

Die Universtität Liechtenstein erforscht die Auswirkungen des Planungsprozesses vor und während einer Unternehmensgründung auf die Einstellung zur eigenen Idee, um davon Best Practices für UnternehmensgründerInnen abzuleiten.

Der Gründungs- und Planungsprozess beeinflusst Ihre Einstellungen zu Ihrer Geschäftsidee teilweise bewusst und teilweise unbewusst. 

Je nach Ausprägung kann sich diese positiv oder negativ auf Ihren Gründungserfolg auswirken, da sie Ihre Flexibilität im Rahmen der Umsetzungsphase behindert oder fördert. Somit können Sie Ihre Erfolgswahrscheinlichkeit während der Umsetzungsphase erhöhen, 

wenn Sie sich Ihre erfolgsrelevanten Einstellungen bewusst machen. Sie haben nun die Möglichkeit, unter folgendem Link die Erhebung Ihrer erfolgsrelevanten Einstellungen durchführen zu lassen:

http://www.onlineumfragen.com/login.cfm?umfrage=41273

Das Messinstrument wurde von Herrn Thiele im Zuge seiner Masterarbeit an der Universität Liechtenstein entwickelt. Nach Beendigung der Datenerhebung lässt er Ihnen Ihre individuellen Ergebnisse sowie einen Vergleich Ihrer Ergebnisse mit der Stichprobe zukommen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, die praktische Bedeutung Ihrer Einstellungen in einem persönlichen Gespräch zu erörtern.

 

Wichtige Hinweise:

Daten werden vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben.
Es werden keine unternehmenssensiblen Daten erhoben.
Erhebungsaufwand beträgt ca. 15 Minuten.

 

Lassen Sie sich diese Möglichkeit nicht entgehen!

Garantiert gewinnen beim i2b Businessplan-Wettbewerb!

by Andreas Chrastka 29. Mai 2013 13:34

Mit jährlich rund 350 Einreichungen ist i2b Österreichs größter Businessplan-Wettbewerb. Jedes Jahr winken Preise im Gesamtwert von 150.000 Euro davon 10.000 Euro in bar für den Gesamtsieger. Neben dem Vergleich mit den besten GründerInnen des Landes, bietet i2b aber auch zwei kostenlose und vertrauliche Fachfeedbacks für jedes eingereichte Konzept und unterschiedliche Hilfestellungen zur Erstellung des Businessplans.

Diese fachliche Expertise und das daraus resultierende Verbesserungspotential sind, gemeinsam mit den dadurch entstehenden Kontakten, oft mehr wert als Geld- oder Sachpreise. Gerade in der Vorgründungsphase ist es schwierig, unvoreingenommene Meinungen zur eigenen Geschäftsidee  oder zum Unternehmenskonzept einzuholen, ohne dabei zu viel von der eigentlichen Idee preiszugeben. Zur Lösung dieses Dilemmas hat i2b einen Pool von über 160 ehrenamtlich tätigen Experten aus der Gründerszene aufgebaut. Dadurch hat jede Einreicherin und jeder Einreicher bereits gewonnen, noch bevor der eigentliche Wettbewerb begonnen hat.

Reichen Sie Ihren fertigen Businessplan noch vor dem 07. Oktober 2013 auf www.i2b.at ein und sichern Sie sich den Mehrwert der kostenlosen ExpertInnen-Feedbacks!

Tiroler Gründermesse 2013 in Igls

by Andreas Chrastka 22. März 2013 13:00

Bei unserer Tour durch Österreich darf Tirol natürlich nicht fehlen. Typischerweise findet die Gründermesse in Igls im März statt, was dem i2b-Team die Möglichkeit zu einem der seltenen Besuche in der Tiroler Landeshauptstadt verschafft. Trotz des heuer erneut strahlenden Schönwetters fanden sich wieder unzählige Gründungsinteressierte im Congresszentrum ein, um den spannenden Vorträgen und Workshops beizuwohnen.

In den Pausen zwischen den Programmpunkten besuchten zahlreiche Gäste den i2b-Stand, um sich Informationen rund um den Businessplan, die Experten-Feedbacks und den Wettbewerb zu holen. Besonders zu Herzen nahmen sich einige die Tatsache, den Businessplan nicht nach der Gründung in der Schublade verschwinden zu lassen, sondern ihn als Werkzeug auch noch für die Zeit nach der Unternehmensgründung zu verwenden - ähnlich einer eigenen, kleinen Controlling-Abteilung.

i2b auf der Gründermesse 2013 der Jungen Wirtschaft auf der JKU in Linz

by Andreas Chrastka 19. März 2013 13:45

Auch 2013 legt i2b besonderen Wert auf Informationen und Unterstützung rund um die Erstellung des Businessplans. Neben den Hilfestellungen auf der Website und dem Ausbau der erfolgreichen Webinar-Reihe, wird das i2b-Team auch auf diversen Gründer- und Jungunternehmermessen in ganz Österreich vertreten sein.

"In Linz beginnts", wusste schon Helmut Qualtinger und tatsächlich ist die erste Station heuer die Oberösterreichische Landeshauptstadt. Jedes Jahr veranstaltet die Junge Wirtschaft an der Johannes-Kepler-Universität eine Gründermesse, auf der Interessierte Informationen für die Zeit vor, während und nach der Unternehmensgründung sammeln können. Da ein solider Businessplan ein Werkzeug für all diese Phasen ist, darf i2b hier natürlich nicht fehlen. Bis 18 Uhr steht das i2b-Team allen Interessenten Frage und Antwort zum Thema Businessplan und dem i2b Businessplan-Wettbewerb. Wenn Sie gerade in der Nähe sind, dann besuchen Sie uns doch! Neben vielen Ausstellern wartet die Gründermesse 2013 auch mit mehreren, interessanten Vorträgen auf.

 

 

 

Staatspreis Marketing 2013

by Andreas Chrastka 6. März 2013 13:27

Am 03. Juni 2013 überreicht das Wirtschaftsministerium in der Aula der Wissenschaften den österreichischen Staatspreis Marketing. Ausgerichtet wird dieser von der AMC (Austrian Marketing Confederation), dem Dachverband der acht regionalen Marketing Clubs Österreichs.

Prämiert werden erfolgreiche Marketingstrategien, mit innovativen Konzepten und nachhaltigen Ergebnissen. Beim Staatspreis Marketing stehen die Qualität und betriebswirtschaftliche Relevanz sowie der Innovationsgrad im Vordergrund.

 

Nutzen Sie jetzt die Chance und reichen Sie ein. Die Einreichfrist läuft noch bis 19. März 2013.

 

 

Neuigkeiten aus der Gründerszene

by Andreas Chrastka 21. Dezember 2012 13:54

In den letzten Jahren hat sich viel im Thema Entrepreneurship getan, das zeigt sich auch bei den Einreichzahlen des i2b Businessplanwettbewerbs. Seit der Gründung ist die Zahl stetig gestiegen und hat sich nun bei rund 350 jährlichen Teilnehmern eingependelt.

i2b hat mit Alexander Pinter, dem Inscouts-Gründer und Gewinner des Sonderpreises für den optimalen Einsatz von Domains und Internettechnologien 2010 und Michael Schuster,Partner bei Speedinvest über aktuelle Entwicklungen im Startupumfeld gesprochen. Lesen Sie jetzt den zweiten Teil des Interviews, Teil 1 finden Sie hier.

i2b: Unterscheiden sich Investment-Entscheidungen in den USA und Europa? Was sind die Entscheidungskriterien – gibt es auch hier Trends, die man erkennen kann?

Michael Schuster: In gewisser Weise unterscheiden sich die Entscheidungen stark, wenn es um B2C Startups geht, die ohne Business Modell starten ist es in den USA oder auch UK einfacher, etwas wie Instagram hätte es hierzulande wohl schwer. Gewisse Grundlagen sind aber gleich, vor allem wenn es um das Team oder die Idee / den Markt geht. Als Trend kann man die stärkere Förderung der Frühphase, durch Accelerators, Inkubatoren und Mini-Angel Runden bezeichnen.

Alexander Pinter: Wesentliche Investmentkriterien sind ein funktionierendes Produktkonzept mit nachgewiesener, erster Traction, hohe Skalierbarkeit und unternehmerisches Talent. In Europa wird aus meiner Sicht zu oft ein Hype erzeugt, bevor ein wirklich solides Produkt da ist. Traction und Social Proof sind in den USA Grundvoraussetzung für ein Investment. Für ersteres gibt es keine treffende deutsche Übersetzung. Mit „Zugkraft“ lässt sich die ungefähre Richtung des Begriffs zwar ausmachen, aber die unternehmerische Definition meint mehr: Es geht um einen quantitativen Beleg für die Kundennachfrage, entweder die schon vorhandene oder die erst zu schaffende. 

i2b: Was kann man sich im Zusammenhang mit Startup Investments unter „Social Proof“ genauer vorstellen?

Alexander Pinter: Im Begriff Social Proof steckt vor allem die Frage, wie gut ein Startup „Referenzpersonen“ für das Projektvorhaben begeistern kann. Informativer sozialer Einfluss trifft auch bei Investmententscheidungen zu – wenn Angels bei potenziellen Investments unsicher sind, schauen sie sich danach um, was die anderen machen. Das bedeutet, dass die Meinung anderer Investoren als valider Standard für die Bildung der eigenen Meinung über das Startup übernommen wird. Wenn sich also „Big Names“ dezidiert zu einem Projekt comitten, ist das ein extrem kraftvoller Beschleuniger – auch bei möglichen Anschlussfinanzierungen.

Michael Schuster: Auch wenn Social Proof bei Investment Entscheidungen “unfair” erscheint, so ist es doch ein ganz normales soziales Prinzip, dass man eher vertraut, wenn man Referenzen im eigenen sozialen Netzwerk hat. Unbekannten vertraut man selten Geld oder auch nur das eigene Auto an, wenn es aber „Social Ties“ gibt oder auch nur gemeinsame Erlebnisse, wird das einfacher. Insofern lohnt es sich in das Netzwerk zu investieren, aber nicht aus Kalkül dann „Social Proof“ zu erhalten, sondern einfach durch gute Arbeit und indem man etwas wertvolles beisteuert.

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Aktuelle Entwicklungen im Start-Up Umfeld

by Andreas Chrastka 30. November 2012 15:29

In den letzten Jahren hat sich viel im Thema Entrepreneurship getan, das zeigt sich auch bei den Einreichzahlen des i2b Businessplanwettbewerbs. Seit der Gründung ist die Zahl stetig gestiegen und hat sich nun bei rund 350 jährlichen Teilnehmern eingependelt.

i2b hat mit Alexander Pinter, dem Inscouts-Gründer und Gewinner des Sonderpreises für den optimalen Einsatz von Domains und Internettechnologien 2010 und Michael Schuster, Partner bei Speedinvest über aktuelle Entwicklungen im Startupumfeld gesprochen. Lesen Sie jetzt den ersten Teil des Interviews, Teil 2 folgt im Dezember.

i2b: Welche Änderungen hat es in den letzten Jahren im Bereich der Start-Ups gegeben und  was zeichnet sich noch am Horizont ab?

Michael Schuster: Man kann deutlich erkennen, dass sich in den letzten Jahren das Ökosystem und auch das Wissen rund um das Gründen und den Aufbau von Startup Unternehmen stark verbreitert hat. Es gibt mehr Gründer in Österreich, mehr Bereitschaft und auch mehr Know-How über die Prozesse. Im Gegensatz zu „normalen” Gründungen versuchen Startups eine Innovation im Bereich Produkt, Business Modell oder Vertriebskanal und hier hat besonders die Lean Startup Bewegung eine wesentlich sachlichere Betrachtung, abseits von Hypes und kurzfristigen Trends etabliert. Das ist gut für das Ökosystem und wird sicher noch stärkere Verbreitung finden, denn die Gründer sind hierzulande realistischer geworden.

Alexander Pinter: Ich sehe das ähnlich. In Wien hat sich über die letzten zwei Jahre eine offensive, dynamische Gründer- und Investorenszene entwickelt, die auch im Vergleich mit Berlin gut abschneidet. Und Berlin gilt inzwischen als eine der angesagtesten Städte für Internet-Unternehmer weltweit. Wien hat seinen internationalen Stempel. Abgesehen vom klaren Gesundheits-Hype zeichnen sich im Web auch Megatrends wie die Aggregation von News, Events und Unterhaltung oder margenstarke Empfehlungs-Plattformen und Online Marktplätze ab. Vermehrt etablieren sich auch Projekte, die spielerische Elemente stark in ihre Anwendungen integrieren.

i2b: Der Begriff Lean Startup geht schon seit Längerem durch die Szene und hat bald ebenso viele Patch-Work-Bedeutungen wie i2b Einreichungen. Worauf kommt es denn bei einem Lean Startup an und welche Rolle spielt der Businessplan dabei?

Michael Schuster: Der Businessplan spielt, wenn er nicht übertrieben wird, immer noch eine wichtige Rolle zur Formulierung und Beschreibung des eigenen Gründungsvorhabens. Was Lean Startup aber zu recht propagiert, ist die konsequente und kompromisslose Messung von wichtigen Daten zur schnelleren, kundenorientierteren und auch ehrlicheren Entwicklung von jungen Unternehmen. Das ersetzt viel Esotherik über Begriffe wie „Traction“ oder „Customer Development“ mit klaren Ansätzen wie ein Unternehmen erfolgreich entwickelt werden kann.

Alexander Pinter: Stimmt, ein klassischer US-Bestseller. Das Konzept wird stark von Eric Ries geprägt, der ein radikal erfolgsorientiertes, schnelles Umsetzen von Produkten propagiert. Die Lean Startup Bewegung definiert sich über relativ kurze Iterationsschleifen und einen permanenten Evaluationsprozess. Im Prinzip wären diese theoretischen Ansätze auch auf den Businessplan praktisch umzulegen. Erster, schneller Draft – dann weiteres inhaltliches Feintuning über mehrere Zyklen. 

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Rechtstipp für GründerInnen 6/6

by Andreas Chrastka 30. November 2012 10:06

Handelsvertreter: professionelle Unterstützung im Vertrieb

Ein Handelsvertreter oder Handelsagent ist ein selbstständiger Unternehmer, der im Namen und auf Rechnung eines anderen Unternehmers Geschäfte vermittelt und abschließt. Er kann aufgrund seines Fachwissens und seiner Erfahrung neue Vertriebswege eröffnen und dadurch helfen, das Potential des Unternehmens voll auszuschöpfen.

Bei der Vermittlung oder beim Abschluss von Geschäften muss der Handelsvertreter die Interessen des Unternehmers wahren. Er hat dem Unternehmer unverzüglich von jedem Geschäft, das er für ihn geschlossen hat, in Kenntnis zu setzten. Im Gegenzug muss der Unternehmer den Handelsvertreter unterstützen, indem er ihm zB Unterlagen und Information zur Verfügung stellt. In Ausübung seiner Tätigkeit darf der Handelsvertreter Zahlungen nur annehmen, wenn er dazu vom Unternehmer ermächtigt wurde.

Als Vergütung steht dem Handelsvertreter eine Provision zu. Es kann auch vereinbart werden, dass er am Gewinn beteiligt wird.

 

Dieser Rechtstipp ist Teil einer sechsteiligen Serie in Kooperation mit Brandl & Talos Rechtsanwälte

Tipp 1 | Tipp 2 | Tipp 3 | Tipp 4 | Tipp 5 | Tipp 6

 

Am 26. September 2012 veranstalteten i2b und Brand & Talos Rechtsanwälte einen Vortrag zum Thema Rechtstipps für Firmengründer. Eine Zusammenfassung der Themen finden Sie in der Nachlese zum Seminar.